In vielen Unternehmen stehen Führungskräfte vor der Frage, wie sie ihr Team in unsicheren Zeiten motiviert, leistungsfähig und gesund halten können. Klassische Steuerungslogik stößt dabei schnell an Grenzen: Druck allein erzeugt kurzfristige Ergebnisse, aber selten nachhaltige Wirkung. Ein Ansatz, der zunehmend Aufmerksamkeit bekommt, ist Positive Leadership.

Was bedeutet Positive Leadership?

Positive Leadership basiert auf Erkenntnissen der Positiven Psychologie und stellt die Stärken der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt. Im Kern geht es darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen gerne arbeiten, sich entwickeln können und ihr Potenzial entfalten.

Bekannt geworden ist vor allem das PERMA-Modell von Martin Seligman, das fünf zentrale Faktoren beschreibt:
Positive Emotionen
Engagement
Relationships (gelingende Beziehungen)
Meaning (Sinn)
Achievement (Erfolge)

Führung, die diese Aspekte berücksichtigt, fördert Motivation, Innovationskraft und Resilienz im Team.

Wirkung in der Praxis

Studien zeigen, dass Unternehmen, die Positive Leadership konsequent umsetzen, niedrigere Krankenstände, höhere Mitarbeitendenzufriedenheit und bessere Ergebnisse erzielen. Vor allem aber entsteht eine Kultur, in der Menschen gerne arbeiten – ein unschätzbarer Vorteil im Wettbewerb um Talente.

Wie Führungskräfte starten können

Positive Leadership bedeutet nicht, Probleme auszublenden oder Konflikte zu beschönigen. Vielmehr geht es darum, Ressourcen bewusst zu aktivieren:
– Im Gespräch nicht nur Defizite, sondern auch Stärken wahrnehmen.
– Erfolge sichtbar machen und anerkennen.
– Sinnzusammenhänge herstellen – warum lohnt sich der Einsatz?
– Räume für selbstständiges Arbeiten und Entwicklung eröffnen.

Ein Beispiel aus dem Führungsalltag

Eine Bereichsleiterin berichtete, dass ihr Team nach einer Umstrukturierung verunsichert und wenig motiviert war. Statt den Druck zu erhöhen, ging sie den Weg der Stärkenorientierung: Sie sprach gezielt über das, was im Team gut funktionierte, stellte individuelle Stärken heraus und förderte kleine Erfolgserlebnisse. Nach wenigen Wochen erlebte das Team wieder mehr Energie und Zusammenhalt – die Arbeitsleistung zog spürbar an.

Fazit

Positive Leadership ist kein „Wohlfühlprogramm“, sondern ein wirksamer Führungsansatz. Wer Stärken in den Mittelpunkt rückt, Sinn vermittelt und Erfolge sichtbar macht, stärkt nicht nur Motivation und Gesundheit, sondern auch die Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens.