Viele Berufstätige kennen das Gefühl, im Job nicht im Gleichgewicht zu sein. Mal türmen sich die Aufgaben so hoch, dass kein Ende in Sicht ist. Mal zieht sich der Tag endlos, weil die Arbeit kaum fordert. Beides kann auf Dauer unzufrieden machen – Überforderung ebenso wie Unterforderung.

Wenn es zu viel wird

Dauerhafte Überlastung zeigt sich oft an klaren Signalen: Schlafstörungen, innere Unruhe, Gereiztheit. Wer ständig das Gefühl hat, nur hinterherzulaufen, verliert den Blick für das Wesentliche und irgendwann auch die Freude am Beruf.

Wenn es zu wenig ist

Weniger sichtbar, aber ebenso belastend ist Langeweile im Job. Wer dauerhaft unterfordert ist, erlebt innere Leere, manchmal auch Selbstzweifel: Bin ich hier überhaupt noch richtig? Unterforderung kann genauso zur Erschöpfung führen wie zu viel Druck – nur auf leisere Weise.

Den eigenen „Stimmigkeitslevel“ finden

Der Schlüssel liegt darin, die eigene Balance bewusst wahrzunehmen:
Wann fühle ich mich angeregt, ohne überfordert zu sein?
Welche Aufgaben lassen mich in einen guten Arbeitsfluss kommen?
Wo spüre ich, dass es kippt – ins Zuviel oder Zuwenig?

Dieses Bewusstsein ist der erste Schritt, um gegenzusteuern.

Spielräume nutzen

Nicht immer lassen sich Arbeitsbedingungen von heute auf morgen ändern. Aber es gibt Handlungsmöglichkeiten: mit Vorgesetzten über Arbeitslast sprechen, neue Aufgaben anfragen, Routinetätigkeiten anders gestalten. Auch kleine Schritte können den Alltag spürbar verändern.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Klientin erlebte monatelang Überforderung, bis sie sich eingestand, dass es so nicht weitergehen konnte. Im Coaching formulierte sie klarer, wo ihre Grenzen lagen – und sprach dies in ihrem Team offen an. Gleichzeitig suchte sie nach Aufgaben, die ihr Freude machten und Kraft gaben. Schon diese Kombination aus Abgrenzung und Aktivierung veränderte ihr Empfinden deutlich.

Fazit

Berufliche Zufriedenheit entsteht, wenn Anforderungen und eigene Fähigkeiten im Einklang stehen. Mal kippt die Waage ins Zuviel, mal ins Zuwenig. Entscheidend ist, dies wahrzunehmen und aktiv gegenzusteuern. Wer die eigene Balance ernst nimmt, sorgt nicht nur für Leistungsfähigkeit – sondern vor allem für mehr Lebensqualität im Beruf.